Am 14. und 15. Februar 2016 fand in von Seiten des Pharmazieproduzenten Bayer zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten der „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb Berlin Nord statt. Er stellt die erste Stufe des bundesweiten Wettbewerbs dar, im Rahmen dessen sich Schüler und junge Erwachsene im Alter von neun bis einundzwanzig Jahren einem selbst gewählten Thema aus dem MINT-Bereich widmen. Das Projekt umfasst eigenständiges Forschen, das Verfassen einer schriftlichen Arbeit und die anschließende Präsentation vor der Fachjury, welche am ersten Tag erfolgt war.

Am Mittwoch nun wurden Besucher empfangen und konnten an den verschiedenen Ständen viele neue Innovationen entdecken: unter anderem eine Elektrodiagnostik, welche es ermöglicht, Baumkrankheiten zu entdecken, ohne die Pflanzen selbst zu beschädigen, ein leuchtender Speichendisplay zur Verbesserung der Sicherheit von Fahrradfahrern im Straßenverkehr, ein „Ökolab“ zur schnellen Erforschung unterschiedlicher Umwelteinflüsse auf Gewässer, ein kostengünstiger Venenfinder, der mit Infrarotbeleuchtung arbeitet, ein System zur Visualisierung eines Magnetfeldes inklusive Applikation für das Smartphone, Kohlenstoff als neues Funktionsmaterial und eine Studie über den gesundheitsfördernden Effekt von Loomi-Tee. Das ist ein traditionelles Getränk aus dem arabischen Raum, welches mit schwarzen Zitronen zubereitet wird. Diyana, 15 Jahre alt, die aus dem Irak stammt und vor anderthalb Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland geflohen ist, untersuchte das Wohlbefinden von 15 Testpersonen bei täglicher Einnahme einer morgendlichen Tasse Tee (als Kontrollgruppen zum Loomi-Tee dienten ein Aufguss aus gelben Zitronen und eine Tasse verdünntes Rosenwasser) anhand von Messung des Blutdrucks, des Fettgehaltes des Oberarmes und Befragungen über ihren Gesundheitszustand. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass sowohl der schwarze als auch der gelbe Zitronentee beim Abnehmen helfen, der erstgenannte zudem auch nachweislich den Blutdruck senkt.

Für alle, die in nächster Zeit ein neues Getränk ausprobieren oder ihrem Herzen wohltun möchten, ist hier das Rezept:

Man nehme ein Kilogramm gelbe, biologisch angebaute Zitronen, bedecke sie vollständig mit Wasser, salze sie stark und koche sie 30 Minuten lang auf kleiner Flamme. Anschließend trockne man sie acht Wochen in der Sonne, wobei sie anfangs täglich gewendet werden müssen. Wem diese Prozedur zu aufwändig ist, kann alternativ in einem arabischen Lebensmittelgeschäft schwarze Zitronen kaufen.

Zutaten für zwei Tassen Loomi-Tee:

– zwei schwarze Zitronen, mit einem Messer in der Mitte eingestochen

– eine Tasse heißes Wasser

– eine Tasse kaltes Wasser

– vier Tropfen Rosenwasser

– nach Belieben Zucker, Honig oder ein anderes Süßungsmittel

Man koche die schwarzen Zitronen zehn Minuten lang auf kleiner Flamme und lasse sie danach weitere drei Minuten ziehen (fünf Minuten für einen stärkeren Tee).

Anschließend siebe man den Tee ab und vermenge eine halbe Tasse mit der gleichen Menge kalten Wassers und zwei Tropfen Rosenwasser. Dann süße man ihn nach Belieben und genieße ihn noch heiß.

Doch um auf den „Jugend forscht“-Wettbewerb zurückzukommen: Nachdem die Besucher aus dem Rosa-Luxemburg-Gymnasium das Rezept für diesen köstlichen Tee erfragt hatten, erkundeten sie die Stände ihrer Mitschüler. Die Arbeitsgemeinschaft des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums war nämlich ebenfalls mit drei Forschungsprojekten vertreten. In der Sparte Biologie traten Annika Thordsen und Lena Kretschmer aus der Klasse 8.2 mit dem Thema „Nachweis der Veränderung von Wasser auf Kunststoffe“ an. Es behandelt den Einfluss von Mikroplastik auf Weichkorallen anhand eines Modellexperimentes und die Veränderungen im Wasser bei der Hinzugabe unterschiedlicher Plastikarten.

„Tatami“ heißt das Programm für die vereinfachte Verwaltung von Judowettkämpfen von Paul Strobach (9.1). Es zeichnet sich durch seine Übersichtlichkeit, Umfassenheit und eine passende Oberfläche aus. Yorick Zeschke (8.1) entwickelte eine Applikation für das Digitalisieren von Kassenbons mit Hilfe eines QR-Codes, der von Handys, Smartphones und Tablets gescannt und ausgelesen werden kann. Dieser sogenannte „QR-Bon“ ermöglicht eine strukturierte Verwaltung der Einkaufszettel, ist kostengünstig, einfach mit einer handelsüblichen Kasse zu verbinden und papiersparend. Alle vier Ausstellenden hatten ein halbes Jahr lang in ihrer Freizeit an den Projekten geforscht, sich sehr tief in die Materie eingearbeitet und stellten ihre Ergebnisse souverän und fachlich sicher vor. Es war ihnen anzumerken, dass die Themen sie gefesselt hatten, und es gelang ihnen, ihre Begeisterung auf die Zuhörer zu übertragen.

Nach einem üppigen Mittagessen steigerte sich die Spannung unter den Teilnehmern. Vor allem Yorick und Paul standen vor einem Dilemma: Sie waren beide in der Sparte „Mathematik und Informatik“ bei „Schüler experimentieren“ (dem Nachwuchswettbewerb für Schüler unter 15 Jahren) nominiert. Um drei Uhr begann die Preisverleihung; nach Willkommensreden von Seiten des Bezirksbürgermeister von Mitte, eines Vertreters der Firma Bayer und des Regionalwettbewerbsleiter wurden die Prämierten bekanntgegeben: Zum Glück aller Anwesenden wurden sowohl Paul als auch Yorick mit einem ersten Platz ausgezeichnet und dürfen somit beide im Landeswettbewerb Berlin wieder antreten. Frau Dräwe bekam den „Jugend forscht Projektbetreuerpreis“ für ihre langjährige, beständige Präsenz, ihre unermüdliche Hilfsbereitschaft und ihr fortwährendes Engagement verliehen. Beim anschließenden Buffet wurden alle Teilnehmenden gebührend gefeiert und naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche aus unterschiedlichen Schulen hatten Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen. Abschließend möchte ich allen Teilnehmern zu ihrer beachtenswerten Leistung gratulieren und wünsche der gesamten Jugend forscht AG viel Freude in der nächsten Runde.

Lola, 9.3

Dieser Artikel hat 1 Kommentar

  1. Update: Lena und Annika haben heute am 6.3.2017 den Rosa-Luxemburg Ehrenpreis für naturwissenschaftliches Engagement verliehen bekommen! Außerdem von Jugend forscht nominiert waren Paul und Yorick. Wir gratulieren den Nominierten und besonders den beiden Gewinnerinnen ganz herzlich für ihre tolle Arbeit! Weiter so 🙂

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