Nur wenige sahen es voraus und es schlug ein wie ein Schock an: Donald Trump hat die Wahl zum höchsten Amt in den Vereinigten Staaten von Amerika gewonnen.

Vor dem Sieg des Republikaners wurde man tagelang von den Medien mit neuen Statistiken, Umfragen und Meinungsbildern bombardiert. Die Stimmung war angespannt aber dennoch zuversichtlich. Innerhalb der liberaleren Medien herrschte Einigkeit darüber, dass Hillary Clinton gewinnen würde und ein Sieg Trumps unmöglich sei. Er hatte einfach zu viele Grenzen überschritten.

Tatsächlich wählten mehr Menschen Hillary Clinton, aber aufgrund des Wahlsystems in den USA werden die Stimmen je nach Staat unterschiedlich gewichtet. So geschah das Unmögliche: Der Außenseiter, der vollkommen unerwartet kandidierte, seine erfahreneren Konkurrenten ausstach und dabei sein Land spaltete besiegte die umstrittene, aber dennoch angesehene Konkurrentin mit einem minimalen Vorsprung. Dabei sagten doch fast alle Prognosen das Gegenteil voraus. Bis zum Schluss wollte man nicht glauben, was letztendlich doch geschah.

Ist die Entscheidung endgültig gefallen? Haben der Populismus und die politische Rechte gesiegt? Viele Wähler, wurden von Statistiken nicht erfasst: die Latinos, die Afroamerikaner, diejenigen die sich schämten es in Umfragen preiszugeben, jene die zuvor Obama gewählt hatten, gaben nun Trump ihre Stimme und wendeten sich von den Demokraten ab.

Vollkommen am Ende ist der Geist des freiheitlichen und toleranten Amerikas jedoch nicht. Tausende gehen auf die Straßen, um ihre Meinung kundzutun: Sie erkennen Trump nicht als ihren Präsidenten an. Sie fordern eine Änderung des Wahlsystems, welches den Mann siegen ließ, den die Mehrheit eigentlich nicht wollte. Sie machen sich bereit, Widerstand zu leisten, nicht unähnlich der Haltung vieler Republikaner gegenüber Obama. Nur kann so eine Gegenwehr wahrscheinlich nicht die gleichen Ausmaße erreichen, denn nun kontrollieren die Republikaner den Senat und das Abgeordnetenhaus. Auch in anderen Ländern übernehmen Konservative und rechte Parteien die Führung oder sind auf dem Weg dahin.

Es scheint also so, als müsse man sich in nächster Zeit auf konservative Politik in den USA und aller Welt einstellen. Es gibt jedoch Lichtblicke: In Österreich gewann der konservative Kandidat der FPÖ die Wahl des Bundespräsidenten nicht. Nun liegt es an jedem einzelnen, die Ergebnisse der US-Wahl auszuwerten und sich selbst zu fragen: „Will ich so etwas für meinem Land?“.

– Christian (1. Semester)

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