Lange Zeit war es ungewiss, ob die SPD und die CDU nach den Sondierungen in Koalitionsgespräche eintreten. Dies ist nun geschehen, allerdings ist die große Koalition weiterhin ein heftig umstrittenes Thema, für Wähler und auch Politiker.

Zwar ist das Thema immer noch präsent in Zeitungen und Nachrichtensendungen, doch langsam aber sicher scheint es von anderen Meldungen verdrängt zu werden, obschon es noch immer keine neue Bundesregierung gibt – und das in diesem Jahr wohl auch so bleiben wird.

Die SPD hat in Gespräche mit der CDU über Möglichkeiten einer Regierungsbildung eingewilligt, zeigt sich parteiintern aber größtenteils uneinig, wodurch der Ausgang besagter Treffen mit den Christdemokraten ungewiss bleibt. Nun gibt es diverse Szenarien, die eintreten und deren Ausgang eine breit gefächerte Ansammlung an Auswirkungen mit sich bringen könnten. Zum einen wäre die Große Koalition wieder möglich. Die Popularität der vormals zutiefst unbeliebten Option stieg zuletzt Umfragen nach. Es ergibt sich die Frage, ob diese Beliebtheit auch nach einer Regierungsbildung anhalten wird, denn das miserable Wahlergebnis der sogenannten großen Parteien wurde als Abwahl der GroKo gedeutet, die wiederum für viele Wähler und Wählerinnen für  Stagnation und Unbeweglichkeit zu stehen schien. Insbesondere für die SPD, aber auch  für die CDU, würde eine Große Koalition einen enormen Gesichtsverlust bedeuten; für die eine, weil sie ehemals vehement die eigene Erneuerung als Oppositionspartei beschworen,  für die andere weil die Verhandlungen für ein Schwarz-Gelb-Grünes Regierungsbündnis scheiterten und sie nun auf die Sozialdemokraten zurückgreifen müssen. Für beide Parteien wären erneute Gespräche mit großer Wahrscheinlichkeit ein Akt der Überwindung. Offen bleibt, ob eine neue Große Koalition wirklich so innovativ ist, als dass sie die zu bewältigenden Aufgaben bezüglich der wirtschaftlichen, sozialen, bildungspolitischen und laboralen Entwicklung stemmen kann. Den Wahlergebnissen der Bundestagswahl nach zu urteilen, wäre sie derer nicht fähig.

Ebenfalls im Gespräch, wenngleich weniger häufig, ist die sogenannte Minderheitsregierung, sei es mit der FDP oder den Grünen. In beiden Fällen könnte die Verkündung der jeweiligen Option peinlich werden, wenn man sich das Ende der sogenannten Jamaika-Sondierungen ins Gedächtnis ruft. Weitaus überraschender als eine Kooperation zwischen FDP und CDU/CSU wäre eine Minderheitsregierung mit Beteiligung der Grünen. Trotz augenscheinlicher Annäherungen zwischen den Parteien während der nun gescheiterten Sondierungen, gibt es immer genug Stimmen in den drei Parteien, welche die Programme von CDU/CSU und Grünen für unvereinbar halten, um diese Option auszuschließen. Hoch interessant ist allerdings folgendes Gedankenspiel: Was, wenn Angela Merkel nach 12 Jahren einer relativ stabilen Kanzlerschaft nun bei jedem Beschluss um Mehrheiten kämpfen müsste?

Eine vollkommen andere Konstellation. Unwahrscheinlich bleibt sie trotzdem, denn Merkel hat ihre Ablehnung gegenüber der Minderheitsregierung signalisiert. Weitaus unwahrscheinlicher sind andere Zusammensetzungen, zum Beispiel mit der Linken oder der AfD.

So bleibt abzuwarten, was das neue Jahr bezüglich einer Regierungsbildung bringt. Die Einzigartigkeit der Situation aber auch die Ungewissheit über die politische Zukunft Deutschlands begleiten uns ins Jahr 2018.

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