Vom 20. bis zum 21. März fand in der Mosaikhalle am Rohrdamm, Berlin-Siemensstadt, die Landesrunde des Nachwuchswettbewerbs Jugend forscht statt. Aus den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik wurden zahlreiche vielversprechende Projekte nominiert, so auch Paul Strobach und Paul Friedrich Vierkorn, zwei Zehntklässler des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums. 

Zusammen hatten sie ein Programm geschrieben, welches es sowohl Schulklassen wie auch Dilettanten ermöglicht, die Weiten des Universums auf ihren Smartphones oder Computern zu erfahren und virtuell durch die endlosen Galaxien zu reisen. Auf Basis von Stellarium, einem freien Astronomie-Programm, welches der Simulation eines Planetariums dient, können über 600.000 Sterne und zahlreiche weitere astronomische Objekte wie Planeten oder Asteroiden in Echtzeit angesteuert werden. In einem Informationskasten erfährt man Wissenswertes über die gezeigten Himmelskörper, auf Knopfdruck werden Sternbilder in die Nacht gezeichnet und sogar die Umrisse der Figuren sind auf Wunsch zu sehen. Für diese umfangreiche, ausgefeilte Arbeit erhielten Friedrich und Paul den zweiten Platz in der Sparte Technik und den Sonderpreis für Mikroelektronik und Elektrotechnik. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch für ihre erfolgreiche Teilnahme!

Doch Paul hatte sich noch einem zweiten Projekt gewidmet, den im letzten Jahr entwickelten Algorithmus Tatami/ Thunderstorm/, welcher bei Judowettkämpfen einen reibungslosen Ablauf und weniger zeitraubendes Warten ermöglicht, übertrug er in die Programmiersprache Python 3, verbesserte die Funktionalität und entwarf Simulationen für verschiedene Wettkampf-Szenarien. Für seine Arbeit wurde er mit dem dritten Platz im Bereich Mathematik/Informatik und dem Sonderpreis für Elektronik, Energie und Informationstechnik ausgezeichnet. Gratulation!

Es war äußerst interessant, sich von den begeisterten Forschenden im Alter von zehn bis einundzwanzig Jahren, die aus allen Stadtbezirken anreisten, ihre Ideen vorstellen zu lassen. Dem Nachweis von kleinsten Fleischrückständen mithilfe eigens entwickelter Teststreifen, einem auf dem Magnus-Effekt beruhendes Flugzeugmodell, einer kostengünstigen Drohne, die mittels einer Infrarotkamera die Effizienz der Photosynthese und damit ihren Pflegebedarf misst oder einem System für erblindete Menschen, welches die Entfernung zu bestimmten Gegenständen in Töne umwandelt – allen diesen Projekten widmeten sich die Schüler mit so viel Neugierde und Begeisterung, dass jeder Besucher unversehens damit angesteckt wurde.

Musikalisch wurde die anschließende Siegerehrung von der Wohnzimmmerband ZWO begleitet, auch für das leibliche Wohl der Gäste war gesorgt. Neben der Wettbewerbskomponente bietet Jugend forscht den Rahmen, andere technisch oder naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche kennenzulernen, innovative Ideen für gesellschaftliche Probleme zu bestaunen und ermöglicht zudem einen intensiven Austausch, sowohl auf fachlicher als auch auf menschlicher Ebene. Es ist immer hochspannend, altbekannte Probleme aus einer neuen Perspektive zu beleuchten und auf unerwartete Lösungsansätze zu stoßen. An dieser Stelle möchte ich auch den unermüdlichen Betreuerinnen Frau Hennig und Frau Dräwe danken, die alle Projekte mit Rat und Tat unterstützen.

Wenn jemand Interesse hat, eigene Ideen zu verwirklichen oder erst einmal Jugend-forscht-Luft zu schnuppern – schaut einfach mal am Dienstagnachmittag im Raum H 2-14 vorbei.
Alle sind herzlich willkommen!

Hoffen wir, dass im nächsten Jahr wieder zahlreiche kniffelige Fragen aufgeworfen und verblüffende Lösungen gefunden werden. Wir freuen uns auf Eure Ideen!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.