Mit der Jahrtausendwende startete der Fast-Fashion Boom: Ständig neue Klamotten für wenig Geld. Durchschnittlich ca. 60 neue Kleidungsstücke kauft heutzutage jeder Deutsche pro Jahr. Für wenige Euros geht man shoppen bei H&M, C&A, Primark und Konsortien. „Von Kindern für Kinder“ lautet hier das inoffizielle Motto. Denn in den Entwicklungsländern dieser Erde werden unsere 5€-Hosen von teilweise noch Minderjährigen Näherinnen und Nähern unter katastrophalen Bedingungen und zu unmenschlicher Bezahlung hergestellt (siehe auch BBC Panorama-Program Juni 2008). Der Wochenlohn einer pakistanischen Näherin ist dabei beispielsweise niedriger als der Endpreis der Hose hier bei uns in den Läden.

Die Mehrheit dieser Textilien wird zu großen Anteilen aus Polyester-Fasern genäht. Dieser Kunststoff ist billig, ständig verfügbar und langlebig, obwohl das heutzutage kaum noch nötig ist: Laut Greenpeace verbleibt Kleidung im Durchschnitt höchstens drei Jahre in unseren Schränken. Seit dem Jahr 2000 hat Polyester von 20 Millionen Tonnen des jährlich weltweiten Bedarfs auf nunmehr 45 Millionen Tonnen zugelegt und damit Baumwolle, die momentan bei 30 Millionen Tonnen liegt, klar überholt. 45% dieser Fasern werden für Kleidung verwendet, und immerhin bestehen 60% unserer neuen Kleidungsstücke mindestens zu Teilen aus Polyester.

Dieses entsteht durch Polykondensation aus entweder Hydroxycarbonsäuren oder Dicarbonsäuren und Dialkoholen. So bilden die Monomere Polymere aus, indem sie durch spezielle Verfahren, die Monomeraddition, aneinander gekettet werden und dann die Faserstruktur bilden. Polyester wird in Kleidung oft mit Naturfasern wie Baumwolle gemischt, weshalb es für den Laien nicht mehr erkennbar ist. Dann verrät oft erst der Blick auf das Wäscheetikett, was sich so alles in T-Shirt, Hose und Co. befindet.

Gewaschen werden die Kleidungsstücke meist bei 60°C mit verschiedensten Waschmitteln. Es gilt nun zu untersuchen, ob und inwiefern bei den Waschvorgängen Mikroplastik aus der Kleidung gewachsen wird. Diese Partikel befänden sich dann im Waschwasser und würden so ins Grundwasser gelangen. Da selbst moderne Kläranlagen die Kunststoffe nicht zu filtern im Stande sind, gelangt das Mikroplastik so in die Meere und wird dort in die Nahrungskette eingespeist, indem beispielsweise Fische oder Muscheln die Teilchen mit Nahrung verwechseln und schließlich aufnehmen. Im Zweifelsfall landen unsere Schnäppchensocken so am Ende auf dem Teller und strecken uns die Zunge raus.

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Georg, 10.3

Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. Hehe…:) ja passiert manchmal

  2. Wenn die Kreativität mit dir durchgeht….
    Sehr schnickes Foto mein lieber Georg

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