»Es ist alles in Ordnung« sagst du und lächelst mich an. Ich kann es nicht erwidern, weil dieses Lächeln deine Augen nicht erreicht, weil es falsch ist. Wieso erzählst du diese Lüge, Tag für Tag, Woche für Woche, obwohl du genau weißt, dass du mich damit nicht täuschen kannst. Wirst du je damit anfangen zu erzählen, wie es dir wirklich geht, werde ich von dir je ein »Nichts ist in Ordnung« zu hören bekommen?

Zu sagen, dass ich mir das wünsche, klingt falsch und doch ist es so – irgendwie. Du möchtest mich nicht belasten, weil du weißt, wie du dich fühlst und nicht möchtest, dass ich das Gleiche fühle.

Ich weiß, dass es schwer ist darüber zu reden, was für schreckliche Dinge dich beschäftigen, was in deinem Kopf vorgeht. Meistens erscheint es unmöglich. Und selbst wenn du dazu bereit wärst, könntest du es trotzdem nicht in Worte fassen. Manchmal ist da nur dieses dumpfe Gefühl der Sinnlosigkeit, die Stimmen im Kopf, die dich fragen, wofür dein Leben gut ist, oder der Gedanke, was eigentlich passieren würde, wenn du nicht mehr da wärst.

Dann fühlst du dich wie gelähmt, nicht in der Lage irgendwas zu tun und dann komme ich daher und stelle diese Frage, diese verhasste Frage: »Wie geht es dir?«

Vielleicht denkst du, dass ich es nur so dahersage, dass ich nicht an einer ehrlichen Antwort interessiert bin, dass ich nicht hören will, dass es dir schlecht geht, aber das stimmt nicht. Ich will es wissen. Ich will zuhören und zumindest versuchen zu verstehen, ich möchte dir zeigen, dass du nicht allein bist, dass es Menschen gibt, denen du unglaublich wichtig bist. Menschen, denen du Inspiration und Kompass bist. So vieles könnte ich sagen und kann es doch nicht. Weil du mich ansiehst und sagst: »Es ist alles in Ordnung«.

Manchmal ist es schwer, eine positive Einstellung zu bewahren bei allem, was um einen herum geschieht. Es gibt Momente im Leben, in denen man die Sonne nicht mehr sieht, in denen alles grau zu sein scheint. Bitte redet mit jemandem und wenn jemand zu euch kommt und euch darum bittet zuzuhören, nehmt euch die Zeit. Es hilft.

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– Luise (3. Semester)

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