Weltoffen und multikulturell. So stellte sich die Academy of Motion Picture Art and Science (AMPAS) bei der diesjährigen Oscar-Verleihung, die nun schon zum 89. Mal stattfand, dar. Während die Verleihung der 88. „Academy Awards“ des Vorjahres war von Rassismusvorwürfen überschattet worden war, stach dieses Jahr besonders hervor, dass mehrere afroamerikanische Schauspieler und Schauspielerinnen unter den Nominierten und Gewinnern aufgelistet sind. In den meisten Kategorien fanden sich letztes Jahr fast ausschließlich weiße Nominierte. Sowohl in den sozialen Medien als auch in der analogen Welt erreichte damals der Hashtag #oscarssowhite Berühmtheit. Auch 2015 kursierte dieser bereits im Netz, es fanden öffentliche Protestaktionen statt.

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2017 ist alles anders.
Auch wenn die Liste der Nominierten dieses Mal durchaus vielfältiger ist, nicht nur die Kategorie „Schauspiel“ betreffend, bleibt problematisch, dass es erst spät und auf Grundlage mehrerer Kampagnen in den sozialen Medien dazu kam. Auch wenn man meint, erwarten zu können, dass eine so bunte Industrie wie die Hollywoods nicht erst nach Protesten und Boykotts „eigenständig“ zukunftsweisend handeln kann,  scheint Diversität noch lange keine Selbstverständlichkeit.
Es ist wichtig, dass dieses Problem erkannt wird und dass die „Akademie“, die durch kontroverse Entscheidungen in der Vergangenheit bereits an Legitimität eingebüßt hat, nicht aus sozialem Druck heraus handelt, sondern sich weiterentwickelt – sonst droht ihr ein vernichtender Verlust an Relevanz und Glaubwürdigkeit.
Nichtsdestotrotz gilt bei den Oscars 2017 der Satz: „Besser spät als nie“, denn es ist klar, dass sich in diesem Jahr große politische Veränderungen anbahnen, auf Grundlage derer versucht werden wird, den Weg zu mehr Vielfalt und Pluralismus zu versperren; nicht nur in den USA. Insofern wird durch die Oscar- Verleihung auch eine Botschaft an die Politik gesendet, die den Kontrapunkt zu reaktionären und rückständigen Bewegungen präsentiert. Sie trägt zu dem bei, was wir im Moment brauchen: Solidarität, Toleranz, Vielfalt.

Christian K. Pinzón, 2. Semester

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