Die Sonne hat die Welt verlassen,

nur noch Dunkelheit bedeckt sie wie ein Tuch.

Du gehst allein durch stille Gassen

und auf dich drückt ein leiser Fluch.

Wie du dort entlanggehst, langsam und allein,

völlig verschluckt vom Fehlen des Lichts,

glaubst du plötzlich, etwas könnt´ hinter dir sein,

doch du drehst dich um – da ist nichts.

War´s nur ein einsames Tier mitten in der Nacht?

Oder nur ein Windhauch in deinem Ohr?

Nein, es sind der Dunkelheit Macht

und deine Fantasie, die spielen dir was vor.

Wie kann die Welt eine so andere sein

durch Schatten, Nacht und Finsternis?

Sie machen aus dem Echten Schein,

nur weil die Welt grad´ dunkel ist.

Am Tag bist du mutig, am Tag traust du dich,

während du im Dunklen hernieder kniest.

Und jetzt rennst du, deine Gedanken überschlagen sich,

bis du endlich das Licht wiedersiehst.

Ronja Juran, 8.2

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