Schon 1500 Jahre lang

Wird den Menschen Angst und Bang.

Des Deutsches wegen.

„Immer schön den Genetiv bewegen,

Das gibt Friede, Freude, Himmels Segen“

Heute würde man sagen: „Damals im Mittelalter…

War ach die Sprache nur so mittel, Alter.“

Der gute brave Bauer,

Wurde nämlich nich sauer,

Wenn man wegen dem Bier vong gestern Abend ma nich so Sinn macht vong Sprache her.

Wusste der dann oft zwar eh nicht mehr,

Aber wenn er noch hätte gewusst, wie schwer

Ich mich irrte vong sprache her,

Ich glaube nicht, dass er’s gewesen wär,

der

sich darüber ärgerter.

Da könnte man jetzt sagen:

„Weil er’s nicht besser wusste!“

„Weil er dachte, das sei normal, und richtig – gut und schön“

Oder er hatte einfach ne dicke Kruste,

Redete lieber mit seinen Flöhn,

Denen war das auch egal, ob Hier tief

Oder Dativ.

Wunderbare Gesprächspartner das Krabbelgetier

So bescheiden in ihrer Brabbelmanier.

Den Flöhen geht’s mehr um den Inhalt.

Sozusagen um das Blut des Satzes.

Ist der Rest denn nicht auch egal?

Des Flohs Meinung

Über seines Wirtes Neigung

Diese oder jene Regel bis auf die Knochen abzunutzen,

Sie noch mit der Zunge blank zu putzen

…Flöhe haben einfach besseres zu tun.

Das sind reich beschäftigte Wesen

Diese Flöhe…man macht sich glaube ich gar keine Vorstellung, was das bedeutet.

Floh-sein. Denn dafür haben wiederum wir nun einfach keine Zeit mehr.

..Wir haben einfach besseres zu tun

Das sind reich beschäftigte Wesen

Diese Wirs…Wire? Wiri? Wiren?

Ohjeee…schon wieder so was!

Der Duden muss her,

Bhor ist der schwer!!

Ich meine jetzt bildsprachlich gesehen.

Seine Stimme hat (bildsprachlich, denn reden kann er nicht) viel Gewicht.

Sollte mal so eine Mehrzahl uns entgehen

Ist er der Weisheit ihr Gesicht.

Vermutlich war aber auch das nur ein Missverständnis,

Begann mit einem Eingeständnis:

Bauer zu seinem Floh: Ich muss aufs Klo

Floh zu einem Bauern: Kenn ich nicht, du denn?

Daraufhin verschlug es dem Bauern die Sprache,

Er legte sich in sein Schlafgemache…

ließ das mit dem Klo,

Hatte er schon Recht der Floh…

Und wie man sehen kann,

Gewann der, der nach dem „Du-denn“ sann.

Und damals musste wenigstens keiner schreiben.

Sich mit so Blödsinnigkeiten wie Kommas rumtreiben.

Analphabet sein ist so schön!

und Schreiben doch nur eine Last.

Man findet nie das Wort, das passt.

Das wirklich alles zusammenfasst,

Was die wilden Gedanken

Mit ihren bunten Ranken…nein.

Was die wilden Gedanken,

Zerbrechend ihre Schranken….auch nicht.

Wo die wilden Gedanken

Sich wörtlich betranken

Und schließlich punktlos versanken

In der Buchstabensuppe ihrer Selbst.

Da ist’s schon wieder…Keine Ahnung mehr, was ich eigentlich sagen wollte.

Ach ja: Die Wörter.

Schreiben bedeutet: die Fähigkeit seiner Hände und Füße, seines Gesichts und seiner Fäuste gegen die eines Stumpfen Kulis einzutauschen, der nichts als farbige Striche machen kann.

Da ist doch wohl kein Zufall,

Dass Menschen, die wirklich was zu sagen hatten,

Wie Jesus oder Sokrates,

Der Nachwelt nicht einen tintigen Schatten,

Ihres Gesagten überlassen wollten.

Schließlich verliert doch alles

Was mit den Flügeln des Schalles

Die tanzende Zunge des Redners verlassen

Sofort jed’ Sinn und Zusammenhang und wird nie mehr passen,

So, wie es das tat,

Bei seiner Saat.

Wozu also Schreiben?

Wozu sich an Kommas und Punkten reiben?

Was interessier’ ich mich für die Trennung von Wörtern?

Solchen Klatsch soll’n se in der BILD erörtern.

Sprache ist nur so lange gut,

Wie sie einem hilft, bei was man machen tut.

Wird sie aber lästig und kompliziert,

Dass man sich nur in Formalien verliert,

Dann wirf sie mit Gebrüll,

Auf den One-hit-wonder-müll.

Dort kann sie dann faulen und gasen

Und sehen was ihr helfen die langen Phrasen,

Die Satzzeichen werfen stinkende Blasen,

Und dort wo Dichter noch Gedichte lasen,

Spielen heute wortlos Hasen.

Es hat schon einen Grund,

Dass als Gott eines Morgens aufwachte

Und die schöne gelbe Sonne machte,

Er ihr gab Strahlen, und keinen Mund.

Wenn wir der Welt am nächsten sind,

Am Abend, wenn sie Nacht beginnt,

Sich die mundlos schöne Sonne regt

Und in des Meeres weiche Tonne legt,

So ist es doch wahrlich wunderbar,

Und gleichsam auch recht sonderbar,

Dass dieser Anblick mit leiser Kraft,

Uns sprachlos und uns glücklich macht.

Wer dann noch immer denkt er müsse,

Mit Wörtern, die da knallen wie Schüsse,

Der Sonne eine Rede reden.

Wer dann noch immer blöde lacht,

Nicht versteht, warum Gott den Mund gemacht,

Nämlich nicht für Schüsse,

sondern Küsse!

Der ist ein wirklich armes Wesen,

Und sichtbar nicht so recht belesen.

– Georg, 11

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