Der Schatten des Windes_PlakatOb Urban Fantasy, Science Fiction oder Reiseroman; Liebesroman, Psychothriller oder Gerichtskrimi; Gesellschaftsroman, Familiengeschichte oder historisches Abenteuer – wir haben die unterschiedlichsten Lieblingsbücher und stellen sie euch hier vor! Möchtet ihr die Welt auch jenseits des Erklärlichen ein wenig besser verstehen, euch auf erholsame Inseln zurückziehen, vom Schauder gepackt werden, in Paralleluniv
ersen abdriften oder den Alltag mit Humor nehmen? Mögt ihr Spiele mit Sprache, sprachliche Bilder, einfach Sprache? Dann ist an dieser Stelle sicher etwas für euch dabei.

Wer in unser aktuelles Lieblingsbuch gerne mal reinlesen möchte, der kann in der Mittagspause in die Bibliothek k
ommen. Hier findet ihr die persönliche Lieblingsbuch-Rezension unseres AG-Mitglieds.

Diesmal stellt euch Christian Köhler Pinzón den Roman „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón vor:

 

 

 

Der Schatten des Windes ist eines der berühmtesten Bücher des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón. Es erschien 2001 zum ersten Mal in spanischer Sprache, 2003 erstmals auf Deutsch.

Hauptfigur des Romans ist der junge Daniel Sempere, dessen Kindheit und Jugend im Laufe der Geschichte erzählt werden. Im Barcelona der vierziger Jahre bekommt er von seinem Vater Zutritt zu einer geheimnisvollen Bibliothek, wo er sich ein Buch aussuchen darf. Für genau dieses Buch, mit dem Titel: Der Schatten des Windes, interessiert sich auch eine mysteriöse Gestalt, die bereit ist alles zu tun, um an das Buch zu kommen.

Um sich Klarheit zu verschaffen, beginnt Daniel Informationen zum Autor des Buches zu suchen, dessen Vergangenheit eng mit der Barcelonas zusammenhängt. Eine wichtige Rolle spielen auch wahre Begebenheiten, wie der spanische Bürgerkrieg und die sich daran anschließende Diktatur des Francisco Franco. Im Zuge seiner Ermittlungen wird Daniel auch mit Geschehnissen aus seiner eigenen Familiengeschichte konfrontiert, mit dem Tod seiner Mutter und mit der Verschlossenheit seines Vaters.

Dieser Roman ist fesselnd, das Rätsel um „Der Schatten des Windes“ ist bis zuletzt spannend und selbst ruhigere Phasen zwischendurch sind unglaublich leicht und angenehm zu lesen.

Besonders lebendig und unterhaltsam ist die Kulisse; das Barcelona der Nachkriegszeit erscheint im Zuge der Beschreibungen Zafóns dem Leser sehr nah und ist der perfekte Handlungsort für die Mysterien und Intrigen, von denen die Geschichte durchzogen ist. Immer wieder kommen neue Sachen ans Licht, die nicht immer gleich in das Gesamtbild passen, im Nachhinein aber alle Sinn ergeben; ein belohnendes Leseerlebnis.

Nicht minder interessant ist auch die Entwicklung der Hauptfigur, vom kleinen Jungen bis zum Jugendlichen. Seine Hoffnungen, Träume und Enttäuschungen  wirken real und die Härten des Lebens im faschistischen Spanien hinterlassen glaubwürdigerweise ihre Spur auf dem Jungen.

Eine wunderbare Geschichte, Lebenserfahrung, Historisches, ein aufregendes Geheimnis, ein angenehmer Schreibstil und eine herrliche Kulisse mit gut darin eingebauten Figuren ergeben ein sehr harmonisches Gesamtwerk, das zu Recht als moderner Klassiker gilt.

Christian Köhler Pinzón, 2. Semester

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