Zu einer schönen Sommerlandschaft gehören Blumen, Gräser und natürlich die Honigbienen. Aber wenn man von diesem Gedankenspiel zur Realität zurückkehrt, fällt einem schnell auf, dass die Bienen heutzutage immer häufiger in einer solchen Landschaft fehlen. Bei unserem Praktikum an der Biologischen Station auf Hiddensee haben wir dies selber feststellen und untersuchen können.

An einem sonnigen Tag setzten wir uns mit Irmgard Blindow zusammen um unsere Vorgehensweise zu planen. Wir entschieden uns für eine Winterlinde als Untersuchungsort, da diese gerade in voller Blüte war. Bei der Winterlinde legten wir vier Bereiche des Baumes fest, je ca. 1m², wo wir Insekten zählen wollten, und zwar haben wir nicht nur Bienen, sondern auch Hummeln und Schwebfliegen gezählt. Wir haben versucht verschiedenste Seiten der Linde zu untersuchen, was aber Schwierigkeiten bot, da Teile des Baumes für uns entweder unerreichbar waren oder im Schatten lagen. Dazu kommt, dass wir die Bereiche per Augenmaß festlegten und sie somit niemals alle gleich groß waren. Zu unserer Vorgehensweise zurückkommend, haben wir die Insekten, die nun in diesen Bereichen der Linde zu finden waren einfach durchgezählt. Hierbei könnte eine weitee Fehlerquelle gewesen sein, dass wir Tiere entweder nicht oder doppelt gezählt haben.

Unsere Ergebnisse haben unsere Vermutungen bestätigt. Wir haben kaum Bienen zählen können, stattdessen viele Hummeln und einige Schwebfliegen. Durchschnittlich 6,3% der von uns gezählten Insekten waren Bienen. Das sind sehr wenige, wenn man bedenkt, dass wir nur drei verschiedene Insektenarten gezählt haben. Wir haben unsere Ergebnisse in einem Säulendiagramm zusammengestellt (Abb. 1).

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(Abb. 1)

Abb. 1: Anzahl von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen auf der untersuchten Winterlinde. Dargestellt sind Mittelwerte und Standardfehler.

Bienen gegen Hummeln 0,0008
Bienen gegen Schwebfliegen 0,0011
Hummeln gegen Schwebfliegen 0,0372

Tabelle 1: Ergebnisse des t-Testes (p-Werte): Unterschiede in den Anzahlen der einzelnen Insektenarten

Die Anzahlen der Bienen waren signifikant geringer als die Anzahlen von Hummeln und Schwebfliegen, während signifikant mehr Hummeln beobachtet wurden als Schwebfliegen (Tabelle 1).

Da es keine früheren Erhebungen gibt, können wir nur Vermutungen anstellen, warum so wenig Bienen im Vergleich zu Schwebfliegen und vor allem Hummeln beobachtet wurden. Das Bienensterben ist dafür eine mögliche Ursache.

Wie schon Albert Einstein sagte, „Stirbt die Biene, stirbt der Mensch.“. 80% aller landwirtschaftlichen Nutz- und Wildpflanzen bestäubt die Biene, sie ist somit für die Menschen und die Natur extrem wichtig. Die Bienen sterben weltweit langsam aus. Im Nahen Osten kann man einen Rückgang von 85% beobachten! In China werden Bäume per Hand von Menschen bestäubt, weil es keine Bienen mehr gibt. Gründe dafür sind sehr vielschichtig. Das Ganze beginnt in der Landwirtschaft bei Monokulturen und Pestizideinsätzen, allerdings liegt das allgemeine Bienensterben auch an der Luftverschmutzung und dem Klimawandel an sich. Schlussendlich zerstören wir auch den Lebensraum und die Nahrungsquellen der Bienen. Wenn man sich diese ganzen Problempunkte einmal anschaut, fällt einem Folgendes auf: an jedem dieser Problempunkte sind wir Menschen schuld. Ob direkt, durch das tägliche Autofahren oder indirekt, durch den Konsum von Lebensmitteln, die mit Pestiziden behandelt wurden. Als Konsumenten können wir, wie bei vielen anderen Problemen auch, darauf achten, dass wir zu bewussten Verbrauchern werden und selbst steuern, wie viele ‚Bienenschicksale‘ wir entscheiden. Denn unser größtes Problem ist: Wir nehmen und verbrauchen, ohne etwas zurück zu geben!

Danksagung: Für Unterstützung bei der Berechnung und Darstellung danken wir Irmgard Blindow. Den Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und der Winterlinde danken wir für die gute Zusammenarbeit. Dem Pfarrer der Insel Hiddensee, Herrn Dr. Glöckner, danken wir für die Genehmigung zum Betreten des Pastorsgartens.

Quellen:

NABU (o.J.): Dem Bienensterben auf der Spur. https://www.nabu.de. Zugriff: 14.7.2017image1

Beitragsbild: Hummel an Lindenblüte. Foto I. Blindow.

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