Das Telefon klingelte. Dieses Geräusch schreckte den Inspektor aus seinem täglichen Büroschlaf, wobei er die Akten von kriminellen Straftätern als Kissen benutzte. Er brauchte einige Sekunden, um aufzuwachen und den Hörer abzunehmen. Am anderen Ende der Leitung hörte er eine aufgeregte Stimme, die er dank seiner hervorragenden kriminalistischen Fähigkeiten sofort einem weiblichen Geschöpf zuordnen konnte, das ihm mitteilte, dass sich in der Rich Street 144 eine fremde Person im Haus befinde. Fünf Minuten später parkte ein gelber VW-Käfer hinter einem weißen Königsegg Agera R vor einem sehr imposanten Wohnhaus. Vor dem Haus stand eine aufgeregte blonde Frau, die dem Kripo-Beamten sofort entgegenkam. Als sie ihren Mund öffnen wollte, um etwas zu sagen, ertönte ein Knall und die Frau stürzte zu Boden. Der Inspektor drehte sich um und das Letzte, was er sah, war eine schartige Machete.

Eines Morgens, als George Petersen gerade mit einem Kapselkaffee aus der neuesten Tchibo-Kaffeemaschine x9001 in seiner Detektei „Petersen & Co., Detektivbüro“ in der Van-Gogh-Straße irgendwo in London saß, klingelte das Telefon. Als er abnahm, erkannte er sofort die Stimme als die seines „Kollegen“ Schmitt, den er abgrundtief hasste. Dieser bellte in sein Diensthandy, dass Petersen verdammt nochmal zur Rich Street 144 kommen solle. Als er 20 Minuten später mit seinem Fahrrad genau dort ankam, sah er sofort den mürrischen Oberkommissar Schmitt, der wütend seinen Schnauzer zwirbelte und ihn anschrie: „Sie haben jetzt 20 Minuten gebraucht!!! Warum kaufen Sie sich kein Auto?!“

Darauf Petersen: „Erstens verschmutzen Autos die Umwelt, zweitens muss man immer einen Parkplatz suchen. Und drittens kaufe ich mir ganz sicher kein Auto, wenn Sie mir das sagen.“

Nun gut“, sagte Schmitt und schaute nun noch finsterer drein als zuvor. „Ich muss Ihnen etwas zeigen.“

Und er führte ihn mit offensichtlichem Widerwillen durch die Pforte. Dort fiel dem Detektiv sofort auf, dass sich dort circa zehn Menschen in weißen Anzügen befanden. Die Spurensicherung, kombinierte Petersen, und konnte sofort sagen: „Hier wurden zwei Menschen ermordet.“

Der Oberkommissar nickte und fügte hinzu: „Und eine dritte Person wurde tot im Haus aufgefunden.“

Kurz darauf konnte Petersen auch sagen, aus welcher Position diese beiden Personen umgebracht worden waren. Die Frau von hinten mit einer Pistole, 9mm Kaliber, ein Schuss zwischen die Schulterblätter. Der Mann, der ein Inspektor der Kripo gewesen war, mit einer Machete, die ihm zwischen die Rippen gestoßen worden war. Der dritten Person war, als sie am Computer gesessen hatte, ihr Genick gebrochen worden. Der Detektiv setzte sich an den noch angemeldeten Computer und suchte nach Spuren. Er klickte auf die Dateien, suchte in den Downloads und fand zunächst nichts, bis er auf einen Download aus dem Internet stieß. Jemand hatte an diesen Computer eine E-Mail mit dem Betreff „Das Geschäft“ verschickt, was Petersen durchaus verdächtig vorkam. Er suchte diese E-Mail und fand eine, deren Text lautete:

Sie sind dabei; wenn Sie hochgehen, können Sie das goldene Ende erwischen, wenn Sie aussteigen, könnte der Fahrtwind Ihnen schaden, aber seien Sie vorsichtig.“

Darauf konnte sich Petersen keinen Reim machen, sicherte die E-Mail aber sicherheitshalber auf seinen USB-Stick.

An diesem Abend brütete Petersen noch länger über der vorgefundenen E-Mail, fand jedoch nichts. Als er gerade aufhören wollte, ging auf einmal das Licht aus. Er wunderte sich, suchte im Schein seines Laptops nach einer Packung Streichhölzer und dachte bei sich:

Seltsam, das muss wohl ein kompletter Stromausfall sein, weil draußen keine Laternen brennen.“

Doch da ging das Licht wieder an. Petersen schaltete es aber gleich wieder aus und schlief umgehend ein.

Am nächsten Morgen saß Petersen in seiner Detektei und las die Zeitung, auf deren Titelblatt stand:

Erschreckender Diebstahl im Kronsaal der Queen!

Weiter war zu lesen, dass während des Stromausfalls die Krone, das Zepter sowie der Krösus-Diamant zu leuchten angefangen hatten, wodurch herauskam, dass diese nur Hologramme gewesen waren. An diesem Tag passierte nichts weiter, außer dass Petersen immer noch nicht hinter die Bedeutung des Textes aus der E-Mail kam.

Später am Tag war in der Abendzeitung erneut ein Artikel über die gestohlenen Schätze der Queen zu lesen sowie ein kleiner Artikel darüber, dass Donald McBonzie, ein Milliardär aus den USA, wegen eines Geschäftes nach London kommen würde. Das konnte purer Zufall sein, McBonzie konnte aber auch in das in der E-Mail erwähnte „Geschäft“ involviert sein, was Petersen zwar nicht glaubte, sich aber dennoch vornahm, im Archiv nach dem Namen McBonzie zu suchen.

An diesem Nachmittag kam Petersen mit der Information aus dem Archiv, dass McBonzie seine Konkurrenten höchstwahrscheinlich mit meist unlauteren Mitteln aus dem Weg schuf. Petersen beschloss, McBonzie zu beschatten. Am nächsten Tag, um Punkt 14 Uhr, stand Petersen in der Halle des Londoner Flughafens, als ein ziemlich fetter Mann mit gelbem Toupet, der durch den Eingang schwabbelte und sich gerade ein Stück Pizza in den Mund schob, seinen Weg kreuzte. Andere Fluggäste kamen nicht um ihn herum, weil er sich ihnen genau in den Weg gestellt hatte, um sich dort ziemlich lang die Nase zu putzen. Petersen konnte sich vorstellen, dass eine Verfolgungsjagd mit diesem Typen eigentlich kein Problem darstellen dürfte: Ein Auto, das ihn auf der Rückbank transportieren würde, hätte höchstens 10 km/h schnell fahren können. Wie sich herausstellte, war dieser Mann Donald McBonzie, da er von einer schwarzen Limousine, die fast zusammenbrach, als er sich hineinsetzte, abgeholt wurde. Auf dieser war folgende Aufschrift zu lesen:

United States of America

Plötzlich fiel es Petersen wie Schuppen von den Augen. „Das ist er“, murmelte er und war sich jetzt ziemlich sicher, dass er McBonzie unbedingt beschatten musste.

Er rief sich ein Taxi und sagte dem Fahrer, dass er der schwarzen Limousine folgen solle. Nachdem er dem Fahrer um die 50 Pfund vorausbezahlt hatte, raste dieser hinter der Limousine her, die hinten noch immer etwas abgesenkt war. McBonzie fuhr durch die Innenstadt, über die Themse, und hielt vor einem Hotel, das Petersen sofort als das ME-Hotel erkannte; das renommierteste Hotel Londons. McBonzie wurde aus dem Auto gezogen, was nötig war, weil er sonst nicht herausgekommen wäre. Die Limousine machte einen Hüpfer nach oben.

Petersen sah, wie McBonzie seinem Chauffeur ein prall gefülltes Päckchen in die Hand drückte.

Der Taxifahrer fragte: „Soll ich jetzt weiter der Limousine folgen oder Sie hier absetzen?“

Petersen musste genau zwei Sekunden überlegen, dann sagt er: „Folgen Sie der Limousine!“

Während der Fahrt konnte er erneut über den Text der E-Mail nachdenken und als sie am Buckingham Palace vorbeikamen, keimte in ihm eine Idee auf. Auf einmal ergab alles Sinn!

Als die Limousine vor einem Warenlager hielt, sagte Petersen dem Fahrer, dass er weiterfahren und eine Telefonzelle suchen solle. Nachdem nach einer kurzen Weiterfahrt eine Telefonzelle gefunden war, zahlte Petersen den Rest des Preises für die Fahrt und stieg aus. Kurz darauf machte er die Türe des Warenlagers auf und rannte hinter ein paar dort abgestellte Kisten, um sich zu verstecken. Nach circa fünf Minuten, die er dort verbracht hatte, kamen Stimmen näher.

Eine raue Stimme sagte: „Natürlich haben wir ihn ausgeschaltet, denn wenn es um Geld geht, ist mein Herr skrupellos. Vor allem wenn jemand mehr bietet als er.“

Eine zweite, etwas ölige Stimme erwiderte: „McBonzie hat der Mafia auch schon so viel Geld auf ihre Schweizer Konten überwiesen, dass wir ihm jetzt mal etwas zurückzahlen mussten. Achso, und wenn sie jetzt glauben, dass es vielleicht etwas dumm war, hier in der Halle diese wertvollen Gegenstände aufzubewahren, muss ich allerdings darauf hinweisen, dass meine Männer mit neumodischen Maschinengewehren ausgestattet sind.“

Petersens Nase kribbelte, er war plötzlich kurz davor, sich zu verraten. Er schaltete das Diktiergerät aus und steckte es in die geheime Tasche seines Mantels. Dann war das Kribbeln in seiner Nase nicht mehr auszuhalten – und er musste niesen.

Der Mann mit der öligen Stimme rief: „Wachen! Hier gibt es allem Anschein nach einen Eindringling!“

Petersen rannte los, doch irgendjemand war schneller als er. Ein Knall ertönte, Petersen spürte ein scharfes Stechen in seiner rechten Schulter. Er ging zu Boden. Hinter sich hörte er Schritte und er wurde gewaltsam herumgerissen. Mit Entsetzen sah er einen Mann mit Adlernase, schwarzen Haaren, die nach hinten gegelt waren, und mit einer langen Narbe auf der linken Wange: Es war William Spyrot, ein skrupelloser Mafia-Boss, der schon so manch wichtige Person hatte umbringen lassen. Petersen überlegte schon, wie lange die Polizisten noch brauchen würden, um ihm zur Hilfe zu kommen, als hinter ihnen die Türe aufflog und ein Trupp Polizisten hereingestürmt kam. Sofort begann ein Schusswechsel zwischen den Mafia-Truppen und der Polizei. Petersen rollte aus dem Gefahrenfeld und verlor, hinter einer Kiste liegend, das Bewusstsein.

Zwei Wochen später kam Petersen aus dem Krankenhaus und wurde von zwei Polizisten empfangen, die ihm die Tür des Autos aufhielten. Als Petersen gerade einsteigen wollte, ertönte ein Knall und einen fingerbreit vor Petersens Nase zerschlug eine Kugel das Glas der Autoscheibe und bohrte sich in einen Sitz. Eine zweite Kugel schlug in der Tür ein. Sofort hatten die beiden Polizisten ihre Schlagstöcke gepackt und stürzten auf ein nahegelegenes Gebüsch zu, woraufhin laute Schreie ertönten und die Polizisten mit dem Butler des ermordeten Mannes aus dem Gebüsch kamen. Petersen ging auf, dass der Butler der zweite Mörder war.

Er dachte an diesem Abend darüber nach, wie viel Glück sie gehabt hatten; dass alle Täter außer William Spyrot nicht entwischt waren und diese aufgrund der Beweise für mindestens zehn Jahre im Gefängnis schmoren würden.

Als er am nächsten Tag der Gerichtsverhandlung beiwohnte, wurde Petersen mitgeteilt, dass die Queen ihn zum Ritter schlagen wolle, da er den Kronschatz gerettet hatte – und er dachte so ganz bei sich: „Hm… vielleicht sollte ich mir einen anderen Beruf suchen.“

(Marek, Klasse 6.1)

Dieser Artikel hat 1 Kommentar

  1. Das ist richtig toll, eine super Geschichte! Wäre gut, nochmal die Rechtschreibung und Grammatik zu prüfen. Sehr gut. Ich bin begeistert! LG von Vera Hoferichter.

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